Sprit her, Sprit her!
So, nun war es also soweit. Nachdem das Fahren zur und von der Arbeit in den letzten Tagen so schön geklappt hat - auch wenn ich zwischendurch abends mal fast in Polen parken mußte - stand jetzt die nächste große Herausforderung an: Tanken. So langsam aber sicher neigte sich die Anzeige nämlich gen roter Bereich. Allerdings, wie ich zugeben muß, habe ich vom Tanken nicht sonderlich viel Ahnung. In der Fahrschule damals war ich dreimal Tanken, und in den 5 1/2 Jahren, in denen ich jetzt mittlerweile alleine fahren darf, mußte ich mein kleines Auto ganze zwei Mal betanken. Einmal in Holland und einmal in Krefeld. Und das ist beides schon gute 5 Jahre her. Dementsprechend sollte man nicht meinen, es wäre ein leichtes, "mal eben" zur Tankstelle zu fahren, auch wenn diese von hier aus gesehen nur gute 200 Meter Luftlinie entfernt ist. Mitnichten. Jeder andere hätte das wohl so gemacht, aber nicht ich. Ich mußte wieder generalstabsmäßig planen, wie fürs Manöver. Zunächst nämlich mal die Frage "Wie lange und wie weit könnte ich noch fahren, bevor ich dringend tanken müßte?" Ob denn die gelbe Warnleuchte schon leuchten würde, frug meine Muter daraufhin zurück. Weil wenn die nämlich leuchten würde, hätte ich noch mindestens 10 Liter und könnte noch 100 Kilometer weit fahren. Nein, die Leuchte leuchtete noch nicht. Und ehrlich gesagt wollte ich auch nicht warten, bis es soweit war. Diese Leuchte heißt ja nicht umsonst mit Vornamen "Warn"... Da hat sich der Autobauer bei der Leuchtentaufe schon was gedacht. "Ja dann fahr doch zur Tankstelle...", kam es von meinem Vater. Na danke, daß ich zur Tankstelle muß, wußte ich auch schon... Aber was möchte das Auto trinken?! Das konnte ich mir noch nie merken. Da mußte ich schon damals von Holland und Krefeld aus zuhause anrufen und nachfragen. "Na das mit 95 Oktan..." Klasse, danke, das hilft mir jetzt weiter... An den letzten Zapfsäulen, die ich gesehen habe, stand nirgendwo eine Oktanzahl dran. Außer in Holland. Aber hier nicht. Hier heißt das Benzin ja auch nicht mehr einfach "Benzin". Mitnichten. Mittlerweile hat das Zeug so viele Namen, daß unsereiner bald nicht mehr weiß, was man braucht. Da gibt es ja zunächst mal Benzin, das auch noch Benzin heißt. Aber das scheint eine Rarität zu sein, in anderen Ländern gibt es die Suppe nicht. Das Zeug hat glaube ich 91 Oktan. Was auch immer Oktan sind. Stellen wir uns Oktan am besten vor wie kleine Fische. In einem Liter Benzin schwimmen also 91 kleine Oktans. Vermute ich jedenfalls. Von Chemie hab ich noch nie was verstanden. Der große Bruder vom Benzin heißt dann schon nicht mehr Benzin, sondern Super. Was daran so super sein soll, weiß ich auch nicht. Das Zeug riecht genau so wie Benzin und sieht auch genau so aus. Hat halt bloß 4 Oktan mehr. 95 Oktan also. Aha! Das ist meins! Dann gibt es da auch noch Super Plus. Ist wohl so eine Art Obermacker der Benzinfamilie und hat 98 Oktan. Kostet auch mehr. Gut, daß ich das nicht brauche. So weit, so gut. Jetzt wußte ich immerhin schon mal, mit was ich meinem kleinen Auto eine Freude machen konnte. Blieb nur noch die Frage, wo denn gleich noch mal die Tankklappe aufging?! Öhem ja... ich weiß, da war ein Hebel... Links irgendwo. Wenn man zieht, geht der Kofferraum auf, und wenn man drückt, geht was anderes auf. Hoffentlich die Tankklappe. Bei meinem Glück springt aber dann wahrscheinlich die Motorhaube auf... Aber Versuch macht bekanntlich kluch. Also, auf zur Tankstelle. Wie gesagt, Luftlinie gute 200 Meter. Und diesmal vielleicht auch die Zapfsäule geschickter anfahren als damals in Holland... Der Arsch vom Auto muß vor die Zapfsäule, nicht die Nase... sonst ist nämlich der Schlauch zu kurz. Und das sieht dann dumm aus. Aber aus Fehlern lernt man ja. Also stand ist da vor der Zapfsäule, die Tankklappe offen, den Tankdeckel abgeschraubt, und mußte erstmal feststellen, daß Aral sein Benzin offensichtlich frei nach Gusto selbst getauft hat. Die hatten auch gleich noch eine vierte Sorte Sprit im Angebot, wohl eine Hausmarke... ultimate heißt das Zeug, und ist wohl für diejenigen, die nicht genug Oktan kriegen können. Da soll noch einer den Überblick behalten. Shell hat auch so ein Zeug. Ist im Prinzip wohl genau das selbe drin, nur heißt es schon wieder anders. Warum die sich nicht mal einigen können, ist mir ein Rätsel. Nun ja, "mein" Sprit hieß, ebenso überraschend wie dankenswerterweise, immer noch Super. Schwein gehabt. Also mal hinein mit der Suppe. Knappe 25 Liter waren es wohl, und der ganze Spaß hat mich gut 32 Euro gekostet. Das sind Preise wie im alten Rom... Für 32 Euro könnte ich im absoluten Idealfall 3200 CD's bei eBay kaufen. Nur mal so als Vergleichswert. Nun ja... mal sehen, wie lange meine erste eigene Tankfüllung jetzt wohl reicht...
Stimmung: paßt scho... ~*~ Musik: Casey Driessen - The Confusion before Dreams
Stimmung: paßt scho... ~*~ Musik: Casey Driessen - The Confusion before Dreams




2 Comments:
ok, ich bin nicht die einzige, die sich nicht merken kann, was sie tanken muss. das beruhigt ungemein... *phew* *g* aber wie "billig" tankst du denn, ich hab immer mehr oder minder 40 euro mindestens weg... *heulz* muss dieses we auch wieder, war eben schon sehr an der grenze... *grml* nix leert sich schneller als ein tank...
erm... *g* also wenn das stimmt, was mein vater gesagt hat, und der tank wirklich 40 liter fasst, dann hatte ich ja noch 15 liter drin... vielleicht isses deshalb so "billig" geworden...
Post a Comment
<< Home