Monday, January 08, 2007

Wenn es Nacht wird im Centro...

...dann kommen wir. Und wir sind viele. So um die 35 Leute, glaube ich. Nachgezählt hab ich nicht, aber der Aufenthaltscontainer im Ladehof des Centro war voll. Viele von der Crew kannte ich gar nicht. Und die mich auch nicht. Ich war ja zum ersten Mal dabei. Aber wir waren alle mit dem gleichen Ziel da: Abbau der Weihnachtsdeko. Versprach also schon mal, ganz spannend zu werden. Angeblich auch stressig, wenn man den Erzählungen Glauben schenken mochte. Gut, ich hatte diejenigen gesehen, die letzten November morgens früh von den Aufbaunachtschichten zurück zur Firma kamen, und die sahen nicht mehr sehr frisch aus. Aber ich war noch frisch, und ich war gespannt.
Micha hatte derweil seinen Papierkram sortiert und schritt zur Teameinteilung. Newbies werden eigentlich immer als Pusher eingesetzt, hatte es vorher mal geheißen. Also sah ich mich schon Kisten schieben. Aber Irrtum... Montageteam 3, zusammen mit dem Sausel und einem Steiger ab in die Hauptstraße West, Girlanden und Donuts abmontieren. Holla die Waldfee. Das nenn ich Einstieg. Also gleich mal zum Sausel geflitzt und kurzgeschlossen, was denn jetzt eigentlich ambach wäre. Eigentlich ganz simpel. Er rangiert den Steiger ins Centro, ich geh mit und guck, daß er nirgendwo aneckt - was aller Wahrscheinlichkeit nach nicht passieren wird, er hat ja beim Bund Panzer gefahren - und dann postieren wir uns auf unserem Teil der Straße, er nimmt die Girlanden ab und ich schmeiß die in die GiBo's. So weit, so gut. Klingt auch für mich plausibel. Ach ja, und Helm mitnehmen! Egal von welchem Teil der Deko, es werden Kugeln fallen. Und die möchte man nicht auf den Kopf kriegen. Wo er recht hat... Ich also mein leuchtend gelbes Hütchen untern Arm geklemmt und auf ging's zum ersten großen Happening des Abends: Mit dem Steiger in der Kolonne vom Ladehof über die Hauptstraße und durchs Parkhaus. Ein Bild für die Götter! Vier Steiger hintereinander durchs Parkhaus (wo um diese Zeit sogar auch Parkplätze zu haben gewesen wären) und dann durch ein winziges Nadelöhr in Form einer Behindertentür in die erste Etage des Centro. Was für ein Gefummel. War ich froh, daß ich noch keinen Steiger bedienen konnte. Mit so einer Maschine kann man in einem Einkaufszentrum schon eine Menge Flurschaden anrichten. Und Schaufensterfonten sind nicht eben billig, wenn man da reinkracht. Und die Plasmas, die überall unter den Decken hängen, auch nicht. Da kostet einer mal locker 6k. Da muß eine alte Frau lange für Stricken. Und ich müßte lange arbeiten. Aber zum Glück mußte ich den Steiger nicht fahren. Und der Sausel hat das Ding mühelos überall durch rangiert.
Dementsprechend schnell waren wir dann auch auf unserem Posten. Ein Blick nach oben, aha, 21 Girlanden, die auf dieser Straßenseite abmontiert werden mußten. Auf der anderen Straßenseite brachten gerade Denis und Mike ihren Steiger in Position. Die Pusher mit den GiBo's waren allerdings noch nicht am Start, also bin ich derweil noch schnell nen Werkzeugkasten, zwei Schlupps und Kabelbinder holen gegangen und wir haben unseren Steiger startklar gemacht. Als nächstes stellte sich dann heraus, daß die Pusher auch nicht gerade der Hellsten welche waren, zumindest nicht der, der uns die ersten zwei GiBo's gebracht hat. Die erste stellte er nämlich einfach mal mitten auf den Gang vor den Steiger, und die zweite gleich auch noch. Auf meine freundliche Bitte, ob er die Dinger denn wohl - so wie er's auf der anderen Seite auch getan hatte - an die Seite ans Geländer rücken könnte, rückte er zwar die zweite Box weg, aber die erste ließ er stehen. Genies vor dem Herrn. Also hab ich mal selbst Hand angelegt, damit wir loslegen konnten. Gleich bei der ersten Girlande durfte ich feststellen, wie schnell sowas doch Staub fängt, und wie selten da oben jemand sauber macht. Und das wurde bei den nächsten Girlanden nicht besser. Ich bin jedes Mal aufs neue in einer Staubwolke untergegangen. Zudem wollten auch nicht immer die Girlanden in die GiBo's, schon gar nicht zu zweit. Da hab ich dann gedrückt und gestopft, bis eine Stimme von oben kam und rief: "Notfalls mit Gewalt, egal wie die da rein kommen!" Okay... beim nächsten Mal also mit etwas mehr Gewalt, und siehe da, schon ging's. Gut, mir sind einige Kugeln um die Ohren geflogen, aber bitte... Dafür gibts im November wieder die Dekos, die die Kugeln dann wieder festkleben. Die wollen ja auch beschäftigt werden. Und die sollten noch eine ganze Menge zu tun kriegen... Zwischendurch hab ich auch immer mal gespinxt, was die anderen so machen, hauptsächlich was Denis und Mike machen, und da stellte sich mir doch die Frage, sind wir so schnell oder die so langsam? Teilweise hatten wir nämlich locker fünf Girlanden Vorsprung. Und bis zum Mittagessen um kurz nach ein Uhr morgens hatten wir sogar schon die ersten zwei Donuts abgehängt. Wir waren also wirklich verdammt gut in der Zeit. Vor allem, da das Tagesziel eigentlich nur die Girlanden und Donuts waren. Und als wir die alle unten hatten, war es nicht mal drei Uhr morgens. Viel Zeit also noch. Also wurden kurzerhand auch noch die großen Fahnen abgehängt. Da durfte ich dann auch mit auf den Steiger. War schon lustig da oben. So gegen fünf waren wir dann fertig und haben uns erstmal zu den anderen gesellt und ein bißchen gequatscht. Als wir dann gegen halb sechs den Steiger wieder Richtung Ausgang manövrierten, kam Micha vorbei und wollte wissen, ob ich den auch mal Steiger gefahren wäre. Öeh ja... mitgefahren bin ich wohl. Ja nee, meinte er da grinsend, ich müßte das ja auch mal gemacht haben, und rief dann dem Sausel zu, er sollte mich doch morgen auch mal fahren lassen. Na herzlichen Glückwunsch... aber wir hatten ja auch bislang noch keine Flurschäden angerichtet... ich laß mich überraschen.

Nachdem wir dann auch den Steiger wieder aufs Parkdeck geschafft und an den Ladestrom gesteckt hatten, sind wir runter in den Container marschiert und haben dort erstmal gewartet. Es war kurz nach sechs Uhr morgens, um sieben sollten die Crewbusse wieder aufschlagen und dann würde es heimwärts gehen. Aber bis dahin war ja noch ein bißchen Zeit, also sitzen, warten, trinken... So langsam bin ich dann auch müde geworden, und den Stau auf der A3 auf der Rückfahrt hab ich wohl glatt verpennt... Von daher wird es jetzt auch Zeit, mit der Matratze über das Weltgeschehen zu sinnieren... bevor es heute abend wieder ins Centro geht.

Stimmung: müde... ~*~ Musik: ./.

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