Die Mär vom illustrierten Salat - Roadtrippin' Part I
Wir schrieben den 23.11.06. Also gestern. Eine Dienstreise stand an, zum Abbau eines Traversenkonstrukts irgendwo bei Hamburg. Und ich sollte mit. Zusammen mit Stephan, Nadja und Matthias. Das versprach ja schon mal, ganz spaßig zu werden. Abfahrt sollte um 13:00h an der Firma sein. Schöne Zeit, konnte man vorher schön ausschlafen oder auch noch das eine oder andere einkaufen. Nadja und ich wollten vorher noch zu Hosen Stamm, Arbeitshosen kaufen, also haben wir uns da um kurz nach 12 getroffen. Frug mich doch die Verkäuferin als erstes, welche Größe ich denn bräuchte. Ja prima. Woher soll denn ich das wissen?! Meine anderen Hosen haben alle Größe S, aber die Arbeitshosen haben numerische Größen. Das hilft natürlich ungemein. Also drückte mir die Verkäuferin erstmal Größe 52 in die Hand, und ich marschierte zur Anprobe. In die Hose hätte ich dann auch locker zweimal reingepaßt. Größe 50 war auch noch zu groß, aber Größe 48 war dann okay. Kann man sich merken fürs nächste Mal. Im Bus zur Firma haben wir dann auch Stephan getroffen. Ausnahmsweise mal in zivil, man hätt ihn fast nicht erkannt. Und so waren wir dann pünktlich um kurz vor eins in der Firma. Fehlte eigentlich nur noch Matthias. Aber der saß noch an seinem Schreibtisch und war am Telefonieren. Und kaum hatte er aufgelegt, klingelte das Telefon schon wieder. Und das Spiel wiederholte sich noch drei Mal. Mittlerweile war es kurz vor halb zwei. Wir haben dann immerhin schon mal unsere Klamotten in den Caddy geladen und Nadja und ich haben uns die Rückbank reserviert. Man möchte ja bequem reisen. Nur Matthias war immer noch nicht fertig. Irgendwann stand er dann aber doch mal auf, zog seine Jacke an, klemmte sich den Ordner unter den Arm und bewegte sich. Allerdings in die falsche Richtung, nämlich statt in unsere Richtung erstmal zu Micha ins Büro. Und da legte er den Ordner wieder ab und hätte beinahe auch noch die Jacke wieder ausgezogen. Es war beinahe viertel vor zwei, als wir dann doch alle im Caddy saßen und vom Hof fuhren, ab durch den Kiesbergtunnel auf die A46. Erm... nur wieso eigentlich in Richtung Düsseldorf? Wir müssen doch auf die A1, das ist die andere Richtung. Das fiel Matthias dann auch auf, in Höhe Haan-Ost. Immerhin. Der Weg zum Centro war wohl noch zu tief drin nach den letzten Wochen. In Barmen gings gleich mal raus auf die Raststätte zum Tanken, dann weiter Richtung Kreuz Wuppertal-Nord und dann auf die A1 Richtung Bremen. Vom eher rasanten Fahrstil des Herrn Overload hatte ich ja vorher schon gehört, aber in der Realität stellte es sich fast noch schlimmer dar. Auffahren, daß man fast sehen konnte, wann der Vordermann das nächste Mal zum TÜV muß, Lichthupe, Überholen beidseitig... Eigentlich ein Lehrvideo, wie man es nicht machen sollte. Irgendwann hatten wir einen Briten vor uns, der konsequent die linke Spur blockierte. Und was machte Matthias daraufhin? Rechts überholen natürlich. Der Brite wird das ja so gewöhnt sein. Der nächste Kandidat war dann ein Opa im Mercedes. "Der glaubt wohl auch, der Führer hätte die Autobahn nur für ihn gebaut!", grummelte es vom Fahrersitz, und irgendwann waren wir den Opa tatsächlich los. Dafür konnte bei nächster Gelegenheit nur durch rasantes rechts rüberziehen eine nähere Bekanntschaft mit dem vorausfahrenden KFZ vermieden werden. Irgendwo bei Osnabrück war dann Essenszeit, als das berühmte goldene M am Horizont zu sehen war. Und Stephan - wie gut, daß wir ihn hatten - marschierte gleich mal zur Tankstelle, einen Kaffee für Matthias holen, damit der uns nicht auch noch am Steuer einschlief. Sicher ist ja bekanntlich sicher. Zwischendurch rief dann auch noch Peter an, der ja mit dem Actros unterwegs war und gerade an irgendeiner Raststätte seine vorgeschriebene Pause machte. An genau dieser Raststätte kamen wir dann auch einige Zeit später vorbei, und siehe da, Peter und sein Actros standen immer noch da, waren aber auch gerade in Weiterreise begriffen.
Bei uns drängte sich inzwischen die Frage auf, in welchen Hotels wir denn eigentlich untergebracht waren, zumal auch Reinbek immer näher kam. Der Ordner mit allen Infos läge im Kofferraum, kam es von Matthias, ob wir denn da drankämen? Also ging Nadja erstmal turnen, kam irgendwie an den Ordner und suchte nach den Hotels. Schallendes Gelächter. Wie man denn ein Hotel "Bettkästchen" nennen könne. Berechtigte Frage, wenn ich ehrlich bin. Das klingt ja doch mehrdeutig. Und in diesem Bettkästchen sollte ich auch noch nächtigen. Aber gut, man läßt sich ja überraschen. Die Jungs sollten derweil in einem Landgasthof Schlagmichtot übernachten. Das klang zumindest mal so, als ob man dort auch noch was zu essen kriegen könnte. Wie sich bei unserer Ankunft in Reinbek gegen 18:00h herausstellte, war es auch so ziemlich die einzige Alternative. Die Bürgersteige in diesem Dorf waren nämlich bereits eingeklappt. Kein Mensch weit und breit zu sehen. Gähnende Leere auf den Straßen. Oder besser gesagt auf der Straße. Tote Hose kurz vor Hamburg.
Also fuhren wir zunächst mal zur Location, wo wir am nächsten Morgen den Abbau starten sollten. Auch dort, kein Mensch weit und breit zu sehen. Aber die Türen der Fabrikhalle waren sperrangelweit offen. Seltsame Dorf-Logik. Immerhin ließ sich dann schon abschätzen, wie lange wir brauchen würden, und Matthias tätigte die Absprache, daß wir um 9:00 Uhr anfangen konnten. Somit war das schon mal geklärt, jetzt zog es uns zwecks Einchecken zum Hotel. Die Jungs brachten uns dann auch zu unserem Bettkästchen, das sich bei näherer Betrachtung als durchaus gemütlich entpuppte, auch wenn die nähere Betrachtung noch recht kurz ausfiel. Die Jungs warteten ja vor dem Haus im Auto, und die wollten auch noch ihr Hotel kennenlernen. Während Matthias und Stephan dann auch eincheckten, nahmen Nadja und ich schon mal einen Tisch im Restaurant des Landgasthofes Schlagmichkaputt in Beschlag. Kurze Zeit später waren wir dann komplett und konnten die Speisekarte studieren. Nadja und ich hatten ja vorher noch gesteigertes Interesse an einem Steak gezeigt, allerdings bot die Karte nur ein einziges Steak an, und das auch noch zum stolzen Preis von 26,50€. Herzlichen Dank. Für den Preis krieg ich in der Metro eine Steakhüfte von fast 5 kg. Somit wurde der Hunger dann auch auf die Größe eines Wiener Schnitzels degradiert, das war billiger. Matthias hatte sich derweil an einem anderen Gericht festgelesen, zu dem als Beilage ein "illustrierter Salat" gehörte. Wie er sich den denn vorzustellen hätte, frug er auch gleich den jungen und überaus engagierten Kellner. Nun ja, illustriert eben. Aber illustriert hieße ja bebildert, warf ich ein. Ob er dann nur ein Bild von einem Salat bekommen würde, oder ob es ein Bildersalat wäre, wollte Matthias wissen. Nein, der Salat wäre eben bunt. Aber bunt wäre ja nicht gleich illustriert, klugscheißerte ich wieder. Ich konnte es nicht lassen. Die Erklärungsversuche des Kellners waren einfach zu göttlich. Irgendwann erlöste Matthias den Knaben dann aber aus dessen Erklärungsnöten und bestellte das Gericht mit dem illustrierten Salat. Schon allein aus Neugierde. Wir waren mittlerweile ja alle neugierig. Dann passierte aber erstmal eine ganze Weile nichts. Nadja, Peter und ich haben schon überlegt, ob die das Schwein für unsere Wiener Schnitzel erst noch fangen und schlachten müßten. Die hatten da wohl alle die Ruhe weg. Irgendwann, es war mittlerweile nach 20:00h, kam dann auch das Essen. Und für uns ging die Suche nach dem illustrierten Salat los, denn das, was Matthias da auf dem Teller hatte, konnte man gerade als Salat bezeichnen, aber illustriert oder auch nur ansatzweise bunt war der nicht. Grüner Salat mit zwei halben roten Cherrytomaten. Das wäre ja bunt, rechtfertigte sich der Kellner. Bunt bestünde für uns aber aus mindestens drei Farben, erklärten wir ihm einstimmig. Und von Illustrationen wäre in dem Salat ja auch nichts zu sehen. Vielleicht sollte der Küchenchef, ein Herr namens Karl-Hans Hackmack oder so ähnlich, doch mal seine Speisekarte überarbeiten. Voreilige Benutzung unbekannter Fremdwörter kann einen schon tierisch in die Bredouille bringen. Schlußendlich war das Essen aber ganz brauchbar und wir waren einigermaßen satt. Gegen 23:00h, als der junge und immer noch recht eifrige Kellner so langsam dazu überging, die Stühle des Restaurants notfalls auch inklusive Gästen hochzustellen um fürs Frühstück einzudecken, machten wir uns dann auch mal auf die Socken, die Jungs in ihre Zimmer und Nadja und ich zurück in unser Bettkästchen. Ein bißchen fehlte mir da ja das Rollo vor dem Fenster, aber es war erträglich, wenn auch das Bett hin und wieder ein bißchen quietschig war. Aber wenn ich erst mal schlafe....
Stimmung: okay ~*~ Musik: Chris LeDoux - Stampede
Bei uns drängte sich inzwischen die Frage auf, in welchen Hotels wir denn eigentlich untergebracht waren, zumal auch Reinbek immer näher kam. Der Ordner mit allen Infos läge im Kofferraum, kam es von Matthias, ob wir denn da drankämen? Also ging Nadja erstmal turnen, kam irgendwie an den Ordner und suchte nach den Hotels. Schallendes Gelächter. Wie man denn ein Hotel "Bettkästchen" nennen könne. Berechtigte Frage, wenn ich ehrlich bin. Das klingt ja doch mehrdeutig. Und in diesem Bettkästchen sollte ich auch noch nächtigen. Aber gut, man läßt sich ja überraschen. Die Jungs sollten derweil in einem Landgasthof Schlagmichtot übernachten. Das klang zumindest mal so, als ob man dort auch noch was zu essen kriegen könnte. Wie sich bei unserer Ankunft in Reinbek gegen 18:00h herausstellte, war es auch so ziemlich die einzige Alternative. Die Bürgersteige in diesem Dorf waren nämlich bereits eingeklappt. Kein Mensch weit und breit zu sehen. Gähnende Leere auf den Straßen. Oder besser gesagt auf der Straße. Tote Hose kurz vor Hamburg.
Also fuhren wir zunächst mal zur Location, wo wir am nächsten Morgen den Abbau starten sollten. Auch dort, kein Mensch weit und breit zu sehen. Aber die Türen der Fabrikhalle waren sperrangelweit offen. Seltsame Dorf-Logik. Immerhin ließ sich dann schon abschätzen, wie lange wir brauchen würden, und Matthias tätigte die Absprache, daß wir um 9:00 Uhr anfangen konnten. Somit war das schon mal geklärt, jetzt zog es uns zwecks Einchecken zum Hotel. Die Jungs brachten uns dann auch zu unserem Bettkästchen, das sich bei näherer Betrachtung als durchaus gemütlich entpuppte, auch wenn die nähere Betrachtung noch recht kurz ausfiel. Die Jungs warteten ja vor dem Haus im Auto, und die wollten auch noch ihr Hotel kennenlernen. Während Matthias und Stephan dann auch eincheckten, nahmen Nadja und ich schon mal einen Tisch im Restaurant des Landgasthofes Schlagmichkaputt in Beschlag. Kurze Zeit später waren wir dann komplett und konnten die Speisekarte studieren. Nadja und ich hatten ja vorher noch gesteigertes Interesse an einem Steak gezeigt, allerdings bot die Karte nur ein einziges Steak an, und das auch noch zum stolzen Preis von 26,50€. Herzlichen Dank. Für den Preis krieg ich in der Metro eine Steakhüfte von fast 5 kg. Somit wurde der Hunger dann auch auf die Größe eines Wiener Schnitzels degradiert, das war billiger. Matthias hatte sich derweil an einem anderen Gericht festgelesen, zu dem als Beilage ein "illustrierter Salat" gehörte. Wie er sich den denn vorzustellen hätte, frug er auch gleich den jungen und überaus engagierten Kellner. Nun ja, illustriert eben. Aber illustriert hieße ja bebildert, warf ich ein. Ob er dann nur ein Bild von einem Salat bekommen würde, oder ob es ein Bildersalat wäre, wollte Matthias wissen. Nein, der Salat wäre eben bunt. Aber bunt wäre ja nicht gleich illustriert, klugscheißerte ich wieder. Ich konnte es nicht lassen. Die Erklärungsversuche des Kellners waren einfach zu göttlich. Irgendwann erlöste Matthias den Knaben dann aber aus dessen Erklärungsnöten und bestellte das Gericht mit dem illustrierten Salat. Schon allein aus Neugierde. Wir waren mittlerweile ja alle neugierig. Dann passierte aber erstmal eine ganze Weile nichts. Nadja, Peter und ich haben schon überlegt, ob die das Schwein für unsere Wiener Schnitzel erst noch fangen und schlachten müßten. Die hatten da wohl alle die Ruhe weg. Irgendwann, es war mittlerweile nach 20:00h, kam dann auch das Essen. Und für uns ging die Suche nach dem illustrierten Salat los, denn das, was Matthias da auf dem Teller hatte, konnte man gerade als Salat bezeichnen, aber illustriert oder auch nur ansatzweise bunt war der nicht. Grüner Salat mit zwei halben roten Cherrytomaten. Das wäre ja bunt, rechtfertigte sich der Kellner. Bunt bestünde für uns aber aus mindestens drei Farben, erklärten wir ihm einstimmig. Und von Illustrationen wäre in dem Salat ja auch nichts zu sehen. Vielleicht sollte der Küchenchef, ein Herr namens Karl-Hans Hackmack oder so ähnlich, doch mal seine Speisekarte überarbeiten. Voreilige Benutzung unbekannter Fremdwörter kann einen schon tierisch in die Bredouille bringen. Schlußendlich war das Essen aber ganz brauchbar und wir waren einigermaßen satt. Gegen 23:00h, als der junge und immer noch recht eifrige Kellner so langsam dazu überging, die Stühle des Restaurants notfalls auch inklusive Gästen hochzustellen um fürs Frühstück einzudecken, machten wir uns dann auch mal auf die Socken, die Jungs in ihre Zimmer und Nadja und ich zurück in unser Bettkästchen. Ein bißchen fehlte mir da ja das Rollo vor dem Fenster, aber es war erträglich, wenn auch das Bett hin und wieder ein bißchen quietschig war. Aber wenn ich erst mal schlafe....
Stimmung: okay ~*~ Musik: Chris LeDoux - Stampede




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