Ein Samstag in Trümmern
Und er hätte so schön werden können. Mein Samstag Abend. Der Nachmittag war schon so vielversprechend... Schön eingelullt in die Decke, mit einer Kanne Tee (Zimtapfel, mit großem Yumm-Faktor), schön am spielen... Aber dann klingelte das Handy. So aus heiterem Himmel. Vattern war dran, live aus der Stadthalle. Ich dürfte arbeiten kommen. Ja wie... jetzt?!?! Ja, jetzt. Die Künstler hatten noch Sonderwünsche und jemand müßte Verfolger fahren. Und dazu bräuchte es eben noch einen Totaltöner... Und was macht da der pfiffige Stadthallen-Beauftragte? Richtig. Erinnert sich, daß er ja rein zufällig genau so einen Totaltöner zuhause sitzen hat. Den kann man ja anrufen und herbeordern. Einer ist eben immer der Loser. Und das war diesmal ich. Ganz großes Kino. Also raus aus dem Bett, rein in die Klamotten und ab zur Stadthalle. Der Tacho zeigte bei Ankunft ungefähr 17:30h. Schnelle Einweisung am Gerät ihres Vertrauens, jawohl, Verfolger fahren kann ich noch., vorausgesetzt es ist kein allzu modernes Gerät. Und dann warten. Wenigstens hatte ich die Galerie für mich allein. Also erstmal großes Absitzen. Ob ich Hunger hätte, frug Vattern im Vorbeistiefeln. Dumme Frage, eigentlich hab ich immer Hunger. Aber mit einer Horde mir gänzlich unbekannter Künstler im Cateringraum? Nee danke... dann eher Phantomspeisung... Also mal hoch in die zweite Etage, ins Büro. An den Computer genauer gesagt. Der Tacho zeigte mittlerweile knapp 18:30h. Losgehen sollte das Ganze um 19:00h mit einem Sektempfang. Der jährliche Handwerkerball. Fragt man sich vielleicht, was ist ein Handwerkerball?! Nun ja... da kommt eben alles zusammen, was Rang und Schulden hat in der Handwerksinnung, tauscht den Blaumann gegen den feinen Zwirn und... nun ja. Und macht einen drauf. Hat sich dazu eine Jazzband gebucht und alle möglichen Künstler aus Genres, die sonst keiner mehr haben will. Schlager zum Beispiel. Michael Holm. Wir erinnern uns, "Dänen lügen nicht"... Halt, das war Otto. Aber das Orignal davon ist von Michael Holm. Oder "Mendocino"... Wobei mir auch hier das Original nicht so geläufig ist... Ich kenn eher die Version mit dem Barmer Rathaus. Aber jetzt dürfte ja in etwa klar sein, in welche Richtung es ging. Rio war auch da, the voice of Elvis. Von dem schwärmten ja schon einige. Wolfgang wollte den mal ins Rex holen. Ich war doch gespannt. Und dann war da noch eine Charlotte Krawall oder so ähnlich. Sollte wohl auch singen. Na gut. Um kurz vor 20:00h hab ich dann mal Posten am Gerät bezogen. Und siehe da, da war auch schon das erste Problem des Tages. Der Dimmer am Verfolger hatte keinen Strom mehr. Wäre ja auch langweilig, wenn einfach alles funktioniert. Also Anruf bei Vattern, damit der oben in der Regie Bescheid sagt und die mir den Strom wieder anwerfen. Nur gut, daß der Begrüßungsredner eh nicht scharf auf Verfolger war. Pünktlich zu Showbeginn lief wieder alles. Immerhin. Dann kam erstmal die Jazzband, die brauchen auch keinen Verfolger. Also heiteres Absitzen, Part II. Und dann kam Rio. Doch, konnte man sich schon geben. Auch wenn die Musik vom Band kam und die Gitarre auch nur Deko war. Aber gesungen hat er ganz nett. Dann wieder die Jazzband und dann Michael Holm. Konnte man auch mit arbeiten. Ist immerhin auf der Bühne geblieben, wo er hingehört hat. Und die Handwerker sind abgegangen wie die Zäpfchen. Die hatten ja auch alle die 60er Jahre noch aktiv miterlebt. Mittlerweile war 22:00h durch. Der ganze Zeitplan hing schon wieder, typisch. Die Jazzband hatte mittlerweile noch zwei Hobbysänger aufgefahren, bei denen die halbe Zeit die Handfunken nicht funktionierten. Ganz großes Tennis. Auf der anderen Seite aber auch kein all zu großer Verlust, sonderlich gut gesungen haben die zwei nicht. Zum krönenden Abschluß, nachdem Charlotte Krawall mit ihrer Musical-Auswahl quer durch den Saal gejöckelt war, kam dann die Tombola. Die Hauptpreise wurden verlost. Schöne Sachen waren dabei, Reisen nach Lissabon oder Island zum Beispiel. Nur die Ziehung zog sich wie Kaugummi. Und der Redner füllte die Pausen mit Gelabere... und bis die Gewinner sich dessen endlich mal bewußt waren und auf die Bühne kamen, verging auch jedes Mal eine halbe Ewigkeit. Mittlerweile war es 0:30h durch. Und ich wollte nach Hause. Ich wollte ins Bett. Aber der Opa auf der Bühne kam nicht aus dem Mustopf. Und die Gewinner auch nicht. Allein die Ziehung der drei Hauptpreise dauerte fast eine halbe Stunde. Irgendwann war es aber dann doch geschafft. Da war es kurz nach eins. Und ich konnte endlich nach Hause. Und nein, man soll nicht glauben, ich hätte gerade hier einen Parkplatz bekommen...
Stimmung: müde ~*~ Musik: ./.
Stimmung: müde ~*~ Musik: ./.




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